Unter dem Titel Parlament der Narren zeigen Jugendliche aus Weißrussland und Berlin sowie Mitglieder des Zygmunt Wolski Theaters am 24.02.2007 um 20:00 Uhr ihre Version von Janusz Korczaks Theaterstück „Senat der Verrückten“ .
Mit: Paul Baiersdorf, Danny Belitz, Rubén Bravo, René Döring, Nina Drako, Felix Goldmann, Yana Hryntsevich, Yvonne Leppin, Valiantsina Pashentsava, Aleksandra Patsei, Cheyenne Reichelt, Veranika Sakalouskaya, Iryna Skryhan, Alesia Varyvoda,Yuliya Viarkhouskaya u.a.

Diese Aufführung ist die öffentliche Abschlußpräsentation eines einwöchigen Workshops, der sich sowohl Korczaks Stück als auch dessen Biographie als Ausgangspunkte für ein komplexes theaterpädagogisches Konzept bedient. Dabei werden Sequenzen des Korczak’schen Textes mit Szenen assoziativer Bezüglichkeit, die die Teilnehmer selber erarbeiten, zu einer Aufführung verwoben.


Das einzige erhaltene Theaterstück von Janusz Korczak (1878-1942) ist die düstere Humoreske „Senat der Verrückten“, uraufgeführt 1931. Darin verhandelt eine Gruppe von Insassen einer Irrenanstalt unter wohlwollender Beobachtung eines fortschrittlichen Arztes die Zukunft der Welt. Sie debattieren über Themen wie: Wahnsinn des Einzelnen in einer wahnsinnigen Gesellschaft; Kampf des Menschen um Glauben und Vernunft; das Kind als von Gott gewählter Erlöser.
Das Stück entstand unter dem Eindruck einer chaotisch und verzweifelt erscheinenden politischen und wirtschaftlichen Weltlage. Rassistische, militaristische und andere inhumane rückwärts gewandte Kräfte regten sich bereits und gaben einen Vorgeschmack des aufkeimenden Faschismus. Korczak lässt mit der Irrenhausszenerie ein allegorisches Bild entstehen, dass die Kräfte und Bestrebungen der äußeren Welt, verkörpert in den Insassen der Anstalt, vorführt.
Janusz Korczak (1878–1942) war polnischer Arzt, Pädagoge und Schriftsteller und wurde berühmt für sein aufopferndes soziales Engagement. Ab 1911 leitete Korczak das Waisenhaus für katholische und jüdische Kinder „Dom Sierot.“ Hier entwickelte er seine Vorstellung von einer modernen Erziehung der Kinder. Als am 22. Juli 1942 die Deportationen der Juden aus dem Warschauer Ghetto begannen, begleitete er „seine“ Kinder in den Vernichtungstod nach Treblinka. (Quelle der Kurzbiographie: www.jkg.schulen-gt.de, gekürzt.

Dank an Katja Iwanowskaja für die unermüdliche Hilfe bei der Organisation.

Mit freundlicher Unterstützung der Stiftung „West Östliche Begegnungen“


ACUDtheater Sa 24.2. 20:00 Uhr