OFF BEATS 2002 Kunst aus Litauen

Lesung, Theater, Musik und Ausstellung
24.-28. September 2002

Die lebhafte, eng vernetzte Kunstszene Litauens kämpft, wie überall in Osteuropa, mit den wirtschaftlichen und sozialen Folgen der politischen und gesellschaftlichen Transformation. Die Aufmerksamkeit einer breiten Öffentlichkeit im Zuge der Frankfurter Buchmesse bietet auch der Off-Kultur Litauens die Chance, bei uns gehört und gesehen zu werden.
Das OFF-BEATS Büro und das ACUD präsentieren Ende September in Kooperation mit dem MitOst e.V. Highlights experimenteller Kunst aus Litauen.

Dienstag, 24.09.02 (ACUD-Galerie) 20.00 Uhr Ausstellungseröffnung: MINDAUGAS RATAVICIUS und AISTE KIRVELYTE
Die Sprache von MINDAUGAS RATAVICIUS´ Objekten und Installationen ist die der sanften Ironie. Im Spiel mit Symbolen entlarvt er alte und neue Machtdiskurse. Ratavicius hat an zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland teilgenommen. In Berlin wurde eines seiner Werke in der Ausstellung „After the Wall“ im Hamburger Bahnhof gezeigt. Die Malerin AISTE KIRVELYTEAiste Kirvelyte stellt sich der täglichen Bilderflut der Medien durch Verfremdung. Sie isoliert Motive, konzentriert sich durch reduzierte Farblichkeit auf die strukturelle Qualität der Dinge. Schnelllebigkeit setzt sie Monumentalisierung entgegen, birgt das Mystische im Nebensächlichem. Die Künstlerin hat eine enge Beziehung zu Berlin, seit 2002 absolviert sie ein weiterbildendes Studium an der Universität der Künste.

Dienstag, 24.09.02 (ACUD-Galerie) 21.00 Uhr
Lesung mit GINTARAS GRAJAUSKAS und ARNA ALEY

GINTARAS GRAJAUSKAS´
Lyrik setzt auf die Intimität des Uneindeutigen. Die Nüchternheit des erzählten Alltags täuscht, zwischen den Zeilen lauert feiner Hintersinn. Grajauskas ist eine Instanz der kleinen Kunstszene Klaipedas. Die von ihm herausgegebene Literaturbeilage der Tageszeitung „Klaipeda“ ist wichtiges Kulturgut in Litauen. Seine Gedichte wurden ins Englische, Deutsche, Russische, Schwedische, Polnische und Lettische übersetzt. Auszeichnungen: Z.Gele-Preis für das Buch „Tatuiruote“ („Tatoo“) (1993); Preis des Lyrikfestivals „Frühling der Poesie“ (1999),Simonaityte-Literaturpreis für das Buch „Kauline dudele“ („Knochenflöte“) (1999) Im Frühjahr dieses Jahres war Grajauskas Gast der literaturWERKstatt berlin.. Während der Buchmesse wird er in München, Düsseldorf und Berlin lesen. ARNA ALEY
schreibt ausschließlich auf deutsch. Ihre Stücke drehen sich um die ewigen Themen Heimat und Fremde, Anonymität und Individualität, die mit geschärftem Sprachsinn und hoher Musikalität szenisch präzise umgesetzt werden. Arna Alay studierte Violoncello an der Litauischen Musikakademie in Vilnius und „Szenisches Schreiben“ an der Universität der Künste in Berlin. Als Violoncellistin ist sie im Kammerorchester und Musiktheater in Panevezys und im Theater 89 in Berlin tätig gewesen. Auszeichnungen: Einladung zur Autorenwerkstatt der Bonner Biennale (2000), Alfred-Toepfer-Stipendium (2000), Uraufführung ihres Stückes „Deutsch als Fremd“ in den Berliner Sophiensälen (2001) ausgewählt für die Göttinger Dramatikerwerkstatt (2002)

Glückstheater „ASCHE“
Mittwoch, 25.09.02,
Freitag, 27.09.02,
Samstag, 28.09.02 (ACUD-Theater) jeweils 21.00 Uhr

Glückstheater aus Klaipeda, Litauen Das Glückstheater arbeitet mit geringem technischem Aufwand und beflügelt gerade dadurch die Phantasie der Zuschauer. Gespielt wird mit vollem Körpereinsatz, eine anarchistisch, unbekümmerte Variante der Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Umwälzungen. Der Leiter, Gründer und Protagonist des Glückstheaters aus Klaipeda, Benas Sarka, begeisterte beim Potsdamer Theaterfestival unidram 1998 Publikum und Kritiker.

Tanztheater Pulkauninko fizinis-vizualinis teatras „HEADCLEANER“
Mittwoch, 25.09.02, Donnerstag, 26.09.2002 (ORPHTHEATER) jeweils 21.00 Uhr

Pulkauninko fizinis-vizualinis teatras, Tanztheater aus Vilnius, Litauen Gründer, Choreograph und Tänzer des Pulkauninko fizinis-vizualinis teatras ist Andrius Pulkauninkas. Bei OFF-BEATS wird seine Choreographie „headcleaner“ von fünf Tänzern gezeigt werden. In einigen Völkern steht ´weiß´ für das Gute und den Lebensanfang, in anderen – für Bosheit und Tod. Die Tänzer ringen, siegen, erliegen, geben sich hin, sind untrennbar miteinander verbunden: ,headcleaner‘ ist weißer Tod im schwarzen Leben. Pulkauninkas trat im Juni dieses Jahres auf dem Artgenda Festival in Hamburg mit einer Solo Performance auf.

Konzert mit DJ RAMA aus Kaunas
Donnerstag, 26.09.02 (Arthurs´s Fire Club im ACUD) 23.00 Uhr

Tanztheater Karman „STRUGGLE WITH GRAVITY PULL“
Freitag, 27.09.02, Samstag, 28.09.02 (ORPHTHEATER) jeweils 21.00 Uhr

Karman, Tanztheater aus Vilnius, Litauen Das junge Ensemble Karman überschreitet Grenzen. Amateure, Profis und „Gäste“ aus dem wirklichen Leben, wie Sportler, Go-go-dancer, DJs oder Obdachlose spielen sich selbst. Temporeich wechseln Rollen und Bilder. Tanz, Schauspiel, Film und Musik, verschneiden Bruchstücke „sowjetischer“ und globaler Popkultur, lassen den Zuschauer mal zum Voyeur mal zur Jury werden.
Den letzten Auftritt in Deutschland hatte die Gruppe während des osteuropäischen Theaterfestivals unidram im Juni 2002.

VERANSTALTUNGSORTE:
ACUD,
Veteranenstrasse . 21,
10119 Berlin-Mitte
www.acud.de

ORPHTHEATER,
Ackerstrasse. 169,
10115 Berlin-Mitte
(jeweils U-Bhf Rosenthaler Platz / S-Bhf Nordbahnhof)

Clinch

Schauspiel von Alexej Slapovskij

Mit: Grischa Kofman (Lehrer);  Sibille Roth (Frau); Heiko Schendel (Sohn); Anja Fliess (Mädchen); Alexej Nesterov (Boxer);
Regie: Felix Goldmann; Ausstattung: Jens-Uwe Behrend

Ein Lehrer ist auf dem Weg nach Hause, als er von einem jungen Mädchen überfallen und beraubt wird. Er erobert sich seine Aktentasche zurück, verletzt dabei aber das Mädchen am Bein. Sie droht ihm mit Vergeltung für seine Brutalität, will ihre gewalttätigen Freunde auf ihn und seine Angehörigen ansetzen. Der Lehrer gerät in Panik, fesselt das Mädchen und nimmt es mit nach Hause.→ weiterlesen

György Dózsa

Szenische Montage für einen Darsteller nach dem Fragment von Ödön von Horváth

Mit Peter-Mario Grau;
Regie, Buch: Felix Goldmann;
Ausstattung: Jens-Uwe Behrend

Das um 1923 entstandene Fragment ist der erste dramatische Text Horváths. György Dózsa war der Führer des großen ungarischen Bauernaufstandes von 1514. Er wurde mit der Durchführung eines Kreuzzuges beauftragt um der bedrohlichen Expansion des osmanischen Reiches entgegenzutreten. Bald folgten Zehntausende dem Ruf- vor allem Bauern, die glaubten, sich durch Teilnahme am Kreuzzug feudaler Herrschaft und Unterdrückung entziehen zu können. → weiterlesen

Drachenoper

Nach einem Libretto von Heiner Müller

Mit: Renee Figueroa, Cecilia Hajos, Emese Varro, Jörg Büttner, Peter-Mario Grau, Eckhard Müller, Otto Viczian
Regie: Felix Goldmann; Ausstattung: Jens-Uwe Behrend

Das Zygmunt Wolski Theater hat Heiner Müllers „Drachenoper“ bearbeitet und zeigt sie als Schauspiel. Die „Drachenoper“ entstand 1968 nach der Märchenkomödie „Der Drache“ von Jewgeni Schwarz als Libretto für Paul Dessaus Oper „Lanzelot“.→ weiterlesen